Global Navigation

Verwaltungskosten

Die Verwaltungskosten setzen sich aus dem Aufwand für die Versichertenverwaltung und den Kosten für die Vermögensverwaltung zusammen.

Aufwand für die Versichertenverwaltung 2021

Der Aufwand der PKZH für die Versichertenverwaltung belief sich im 2021 auf rund 8.0 Millionen Franken. Rund 72% davon entfallen auf den Personalaufwand, 18% auf den Sachaufwand.

Der Aufwand für eine einzelne versicherte Person stellt sich im Durchschnitt auf 142 Franken pro Jahr.

Rund 7.1 Millionen Franken des Aufwands wird über die Vermögenserträge finanziert. Den verbleibenden Rest von rund 0.9 Millionen Franken steuern die Angeschlossenen Unternehmen bei, in Form eines Verwaltungskostenbeitrags von 0.25% der koordinierten Löhne. Das entspricht im Mittel rund 17 Franken pro versicherte Person, was den tatsächlichen Aufwand in keiner Weise abdeckt.

Die Versicherten selber haben keine Verwaltungskosten zu übernehmen.

Vermögensverwaltungskosten 2021

Neben den der PKZH direkt in Rechnung gestellten Kosten werden auch die in Kollektivanlagen, d.h. die in Fonds und ähnlichen Anlagenvehikeln anfallenden Aufwände, in der Betriebsrechnung ausgewiesen. Die Kosten der allermeisten der insgesamt 290 Kollektivanlagen konnten erhoben werden, so dass 99.9 % des PKZH-Vermögens als kosten-transparent gelten. Als kosten-intransparent sind nur 4 Private-Equity-Anlagen auszuweisen. Es handelt sich dabei um US-amerikanische Dachfonds, die nicht genügend Informationen bereitstellten, um eine revisionstaugliche Kostenerhebung durchzuführen.

In der Tabelle sind pro Anlagekategorie die im Jahr 2021 erzielten Bruttorenditen, die angefallenen Vermögensverwaltungskosten sowie die resultierenden Nettorenditen aufgeführt. Die PKZH erzielte demnach im Geschäftsjahr eine Bruttorendite von 11.4 %. Nach Abzug der gesamten Vermögensverwaltungskosten von 1.3 % resultierte eine Nettorendite von 10.1 %.

Brutto- und Nettoperformance 2021 der einzelnen Anlagekategorien

 Brutto-PerformanceKosten 1)Netto-Performance
Liquidität CHF und Fremdwährungen total 2) -0.10 %-
Nominalwerte CHF total-0.50 %0.10 %-0.60 %
  Nicht-kotierte CHF-Nominalwerte 3)0.20 %0.18 %0.0 %
  Obligationen CHF 4)-1.20 %0.04 %-1.30 %
Nominalwerte Fremdwährungen (FW) total-1.8 %0.17 %-1.90 %
  FW-Obligationen (ohne Unternehmensanleihen) 5)-3.90 %0.07 %-4.00 %
  Unternehmensanleihen Global (ex CHF) -0.70 % 0.18% -0.80 % 
  Private Debt4.4 %0.85 %3.60 %
Nominalwerte total-1.20 % 0.19 % -1.40 %
Aktien total17.70 % 0.17 % 17.50 % 
  Aktien Schweiz 23.20 % 0.04 % 23.20 % 
  Aktien Industrieländer 22.50 % 0.04 % 22.40 % 
  Aktien Schwellenländer -3.80 % 0.71 % -4.60 % 
Immobilen (Indirekt) total10.60 % 0.40 % 10.10 % 
  Immobilien Schweiz (indirekt) 6)6.90 % 0.40 % 6.50 % 
  Immobilien Ausland (indirekt)18.70 % 0.50 % 18.20 % 
  Private Equity 6)53.70 % 6.80 % 46.90 % 
  Infrastruktur - Erneuerbare Energien6.00 % 6.00 %0.00 % 
  Hedge Funds 6)11.70 % 6.90 % 4.80 % 
  Insurance-Linked-Securities 6)2.90 % 1.20 % 1.60 % 
Sachwerte total 19.70 % 2.00 % 17.70 % 
Gesamtvermögen mit Währungsabsicherung 11.40 % 1.30 % 10.10 % 

Fussnoten zur Tabelle

1) Die Kosten für das Ausführungsmandat Derivate werden proportional zu ihrem Gewicht am Gesamtvermögen auf die Anlagekategorien «FW-Obligationen (ohne Unternehmensanlei-hen)», «Aktien Schweiz», «Aktien Industrieländer» und «Aktien Schwellenländer» zugewie-sen.

2) Diese Position umfasst unter anderem auch die flüssigen Mittel aus Derivaten. Diese bein-halten die zu Future-Positionen gehörenden derivativen Netto-Geldmarktanlagen in CHF und Fremdwährungen. Eine Performancemessung dieser Kategorie ist nicht sinnvoll, da die aus dem Fremdwährungsteil stammenden Währungsgewinne bzw. -verluste den Ausweis ver-zerren. Zudem kann die Kategorie je nachdem einen negativen Marktwert aufweisen. Eine Performancemessung mit einem negativen Marktwert ist nicht aussagekräftig. In der Per-formance des Gesamtvermögens ist der Performancebeitrag der Kategorie vollständig be-rücksichtigt.

3) Exklusive Privatplatzierungen.

4) Inklusive Privatplatzierungen.

5) Die FW-Obligationen umfassten im Jahr 2021 neben physischen Staatsanleihen und staatsnahen Betriebe mit hoher Bonität auch Obligationen-Futures. Die physischen Positionen wurden Ende Oktober 2021 aufgrund der Umsetzung der Anlagestrategie 2021 verkauft. Die verbleibenden Obligationen-FW-Futures werden seit Januar 2022 unter den Obligationen CHF geführt, was gemäss Anlagereglement bis zu einer Quote von maximal 4.0 % erlaubt ist.

6)  Die Kosten beziehen sich aufgrund fehlender zeitlicher Verfügbarkeit der entsprechenden Daten mehrheitlich auf das Jahr 2020

Die flüssigen Mittel werden hauptsächlich in breit diversifizierte Geldmarktfonds angelegt, um die Ausfallrisiken möglichst tief zu halten. Die Kosten für die Verwaltung der flüssigen Mittel sind mit 0.10 % tief, was aufgrund der aktuell sehr tiefen Zinssätze wichtig ist. Die Anlage der umfangreichen CHF-Nominalwerte, die zu einem guten Teil indexiert erfolgt, verursachte mit 0.10 % sehr tiefe Kosten.

Etwas mehr kosteten mit 0.17 % die Fremdwährungs-Nominalwertanlagen. Der Beizug von Beratung zur Limitierung der Ausfallrisiken bei den Staatsanleihen sowie aktive Unternehmensobligationen-Mandate, welche mit geschickter Titelwahl die Verminderung von Ausfallrisiken anstreben, sind dafür verantwortlich. Bis dato konnten sie diesen Anspruch erfüllen.

Die meisten Aktienanlagen erfolgen indexiert und verursachen aufgrund des hohen Volumens sehr geringe Kosten. 80 Prozent der Kosten von 0.17 % entfallen auf fünf Mandate, die aktiv verwaltet werden. Ihr Anteil an den Aktienanlagen macht 13.6 % aus. Diese fünf aktiven Mandate haben nach Abzug aller Gebühren im Jahr 2021 die Benchmark um 4.4 Prozentpunkte verfehlt (Zahl unhedged und basierend auf einer vereinfachten Berechnungsweise). Seit Mandatsstart haben diese Mandate jedoch ihre Benchmark um 1.0 Prozentpunkte pro Jahr geschlagen (Zahl unhedged und basierend auf einer vereinfachten Berechnungsweise). Die höheren Kosten zahlten sich somit langfristig aus.

Die Kosten für die Investitionen in Schweizer Immobilien sind mit 0.4 % – zumindest für indirekte Anlagen – tief. Die Kosten für Anlagen in ausländische Immobilien fallen mit 0.5 % leicht höher aus. Den höchsten Kostenbeitrag liefern dabei die nicht-kotierten Anlagen. Die kotierten ausländischen Immobilienanlagen erfolgen in Form von Aktien, für die keine Immobilienverwaltungskosten erhoben und ausgewiesen werden müssen.

Die Private-Equity-Anlagen verursachten Kosten in der Höhe von 6.8 %. Dabei handelt es sich um Investitionen in nicht-kotierte Firmen, d.h. um Aktienanlagen. Die Kosten fallen im Vergleich mit den oben kommentierten, kotierten Aktienanlagen (0.17 %) massiv höher aus. Grund dafür ist die sehr aufwändige Verwaltung der Anlagen. Zudem sind Teile der bei den Private-Equity-Anlagen ausgewiesenen Kosten bei kotierten Aktien im Aktienpreis impliziert und müssen nicht als Kosten-komponenten ausgewiesen werden. Für den Anlageentscheid ist zudem nicht die Höhe der Kosten von Bedeutung, sondern die erzielte Nettorendite. Im Jahr 2021 lag die erzielte Rendite dieser Anlagekategorie mit netto 46.9 % signifikant über jener der kotierten Aktien (17.5 %). Aufgrund der sehr unterschiedlichen Investitionsform, der fehlenden Marktbewertung der Private-Equity-Anlagen sowie einem zeitlichen Hinterherhinken der Bewertungen ist dieser Vergleich jedoch nicht aussagekräftig. Eine saubere Gegenüberstellung bildet die Methode des «Public Market Equivalent». Mit dieser wird die Nettorendite für kotierte Aktien bestimmt unter Annahme eines gleichen zeitlichen Investitionsverhaltens wie für die Private-Equity-Anlagen. Demnach haben diese Anlagen seit Investitionsbeginn im Jahr 1997 bis Ende 2020 eine Durchschnittsrendite erzielt, die nach Abzug aller Kosten 3.2 Prozentpunkte pro Jahr über jenen börsenkotierten Anlagen liegt. Die hohen Kosten der Private-Equity-Anlagen haben sich für die PKZH somit gelohnt.  

Die Kosten der Hedge-Funds-Anlagen betrugen 2021 6.9 %. Davon entfielen rund 45 % auf fixe Kosten für die Verwaltung der Anlagen und rund 55 % auf die Performance-Gebühren. Letztere wurden aufgrund der erzielten Bruttorenditen ausbezahlt und fielen schon im Jahr 2020 an, als die Hedge Funds brutto mit 9.4 % rentierten. Diese Aufwendungen konnten aufgrund verzögerter Datenverfügbarkeit erst jetzt in den Vermögensverwaltungskosten der PKZH berücksichtigt werden.

Die Insurance-Linked Securities, die seit Dezember 2017 aufgebaut werden, verursachten Kosten in der Höhe von 1.2 %.

Die Kosten für das neue Segment Infrastruktur – Erneuerbare Energien die seit Juni 2021 aufgebaut werden, beliefen sich auf 6.0 %.

Auf Stufe Gesamtvermögen fallen noch folgende, nicht den einzelnen Anlagekategorien zuordenbare Kosten an:

Die produkt-unabhängigen Vermögensverwaltungskosten, welche insbesondere die Kosten für die Depotbank, die Geschäftsstelle, die Anlagekommission, den Stiftungsrat und die Anlageberatung umfassen, machten 0.05 % des Gesamtvermögens aus.

Der Aufwand für die Währungsabsicherung belief sich auf 0.01 % des Gesamtvermögens.

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass von den gesamten Kosten von 1.3 % der grösste Teil, nämlich 80 %, auf die Private-Equity- und Hedge-Funds-Anlagen zurückzuführen ist. Diese machten 16.8 % des Vermögens aus. Mit diesen beiden Anlagekategorien konnte zusammen seit Investitionsbeginn im Vergleich zu den traditionellen Aktien- und Obligationenanlagen ein durchschnittlicher Netto-Mehrertrag von 0.24 Prozentpunkten pro Jahr erzielt werden. Ohne diese Mehrrendite müssten die Beitragssätze um 1.9 Prozentpunkte höher angesetzt sein. Dies entspräche einer Mehrbelastung der Aktiv Versicherten von rund CHF 16 Mio. und der Arbeitgeber von rund CHF 24 Mio. pro Jahr. Die Anlagen in Private Equity und Hedge Funds lohnten sich somit für alle Beteiligten spürbar.

Weitere Informationen