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Wichtige Begriffe

A

Altersguthaben

Im Beitragsprimat wird für jede versicherte Person ein individuelles Altersguthaben geführt, das durch die Sparbeiträge der Person, des Arbeitgebers und durch den Verzinsungssatz geäufnet wird. Das Altersguthaben kann durch mitgebrachte Einlagen oder erbrachte Einkäufe erhöht und durch Auszahlungen infolge Wohneigentumsförderung oder Ehescheidung vermindert werden. Das Altersguthaben ist für die Berechnung der Leistungsansprüche massgebend. 

AnwartschaftUnter Anwartschaft wird ein entstehender Anspruch und das damit verbundene Recht verstanden. Ein solcher Anspruch ist noch nicht fällig geworden oder wird nie fällig.
Beispiel 1: Anwartschaftlicher Anspruch eines aktiven Versicherten auf eine Altersrente: Er erreicht in 20 Jahren die Altersgrenze, vielleicht stirbt er aber auch vorher.
Beispiel 2: Anwartschaftlicher Anspruch auf eine Invalidenrente: Vielleicht wird der Versicherte erst in 10 Jahren oder gar nie arbeitsunfähig.
Autonomie

Der Grad der Autonomie bemisst sich daran, für wie viele Leistungsarten das Risiko selbst getragen wird. Eine autonome Pensionskasse übernimmt sämtliche Risiken. Eine teilautonome Pensionskasse führt nur den Sparprozess selber durch (Vorsorgefall Alter), überträgt aber die Risiken Tod und Invalidität an eine Versicherungsgesellschaft, sei es vollständig, sei es ab einer bestimmten Schadensumme (stop-loss).

B

Barwert

Gegenwartswert zukünftiger Zahlungsströme. Beispiel 1: Barwert einer lebenslänglichen Leibrente = jetzt benötigtes Kapital für einen x-jährigen Altersrentner, um bei einem Zinsertrag von i % eine unbefristete Jahresrente von 1 Franken auszurichten. Beispiel 2: Barwert einer anwartschaftlichen Witwerrente = jetzt benötigtes Kapital für eine y-jährige Altersrentnerin, um bei einem Zinsertrag von i % nach ihrem Tod dem Ehegatten eine Jahresrente von 1 Franken auszurichten.

BeitragsprimatIm Reglement der Kasse werden die Beiträge festgelegt. Diese werden verzinst. Daraus wird dann im Einzelfall die Höhe der Vorsorgeleistungen ermittelt. Auch bei einer Beitragsprimatkasse lässt sich ein (kollektives) Leistungsziel vorgeben, das für die Mehrheit der Versicherten erreicht werden kann. Siehe auch Leistungsprimat.
BilanzzinsBei der PKZH ist der Bilanzzins ein technischer Zinssatz zur Festlegung sowohl des Vorsorgekapitals der Pensionsberechtigten in der Bilanz als auch des Risikobeitrages.
Der Bilanzzins ist derart festzulegen, dass er mittelfristig mit einer angemessenen Marge unterhalb einer mit hoher Wahrscheinlichkeit zu erzielenden Vermögensrendite liegt. Der Bilanzzins der PKZH wurde Ende 2020 von 2.0% auf 1.5% reduziert. 
BVGBundesgesetz über die berufliche Vorsorge

D

DeckungsgradVerhältnis von tatsächlichem Vorsorgevermögen (Kassenvermögen abzüglich Fremdkapital) zum Deckungskapital. Das Fremdkapital (z.B. noch nicht ausgerichtete Freizügigkeitsleistungen) beläuft sich bei der PKZH auf wenige Promille der Bilanzsumme und ist darum unwesentlich.  
DeckungskapitalGesamte Verpflichtungen gegenüber den Versicherten = Summe aus den Vorsorgekapitalien und technischen Rückstellungen für Aktiv Versicherte und Pensionsberechtigte.

K

Koordinations-
betrag
Zu unterscheiden sind folgende Begriffe:
1) Koordinationsbetrag gemäss Reglement einer Kasse. Bei der PKZH entspricht seit 2016 der Koordinationsbetrag 7/8 der maximalen AHV-Altersrente. Bei teilweiser Beschäftigung wird er anteilmässig festgesetzt, bei einem Beschäftigungsgrad von mehr als 100% entsprechend erhöht.
2) Der Koordinationsbetrag gemäss BVG entspricht, unabhängig vom Beschäftigungsgrad, 7/8 der maximalen AHV-Altersrente. Den so ermittelten Wert muss eine umhüllende Kasse in ihrer BVG-Schattenrechnung verwenden.
Koordinierter LohnEr entspricht dem Bruttolohn, vermindert um den Koordinationsbetrag, und ist massgebend für die Beitragserhebung.

L

LeistungsprimatIm Reglement der Kasse werden die Art und Höhe der Vorsorgeleistungen festgelegt, in der Regel in Prozenten des koordinierten Lohns. Daraus wird dann, unter Berücksichtigung der erwarteten Verzinsung, die Höhe der benötigten Beiträge ermittelt. Diese werden individuell oder kollektiv erhoben. Siehe auch Beitragsprimat.
LeistungszielIn einer Kasse im Beitragsprimat kann für die Aktiv Versicherten modellmässig ein (kollektives) Leistungsziel hinterlegt werden: Im reglementarisch definierten Schlussalter soll für das Gros der Versicherten eine Altersrente von z.B. 60% des koordinierten Lohns erreicht werden.
Im Gegensatz zum Leistungsprimat wird dieses Ziel nicht in jedem Fall erfüllt, sondern nur wenn gewisse Modellannahmen erfüllt sind: zur Lohnentwicklung und zu den zukünftigen Vermögenserträgen.

R

Realzins

Bei der PKZH ist der Realzins ein ins Gutschriftensystem eingebauter modellhafter Zins: das (kollektive) Leistungsziel der Aktiv Versicherten wird erreicht, sofern der tatsächliche Verzinsungssatz um den Realzins über der generellen Lohnentwicklung liegt.

Der Realzins steuert das Verhältnis zwischen unsicherer und sicherer Finanzierung. Je höher der Realzins festgelegt wird, desto kleiner sind die (festen, sicheren) Sparbeiträge, die zum Erreichen des Leistungsziels zu erbringen sind. Die Finanzierung der Altersguthaben erfolgt dann also vermehrt über (schwankende, unsichere) Vermögenserträge.

RisikobeitragDer Risikobeitrag wird ermittelt auf der Basis des Bilanzzinses und des effektiven Schadenverlaufs bei Invalidität und Todesfällen von Aktiv Versicherten. Er wird als Prozentsatz des koordinierten Lohns erhoben. Bei der PKZH handelt es sich um einen Einheitssatz, der unabhängig von Alter und Geschlecht festgelegt wird.

S

SparbeitragIn den Beitragsprimatkassen werden mit den Sparbeiträgen die Altersguthaben geäufnet. Sie werden als Prozentsatz des koordinierten Lohns erhoben. Bei den meisten Kassen werden sie nach Alter gestaffelt. In den Leistungsprimatkassen wird in der Regel ein Gesamtbeitrag erhoben, der nicht in einen separaten Sparbeitrag und Risikobeitrag aufgeteilt wird.

T

TarifzinsBei der PKZH ist der Tarifzins ein technischer Zinssatz für die Berechnung des Umwandlungssatzes. Der Tarifzins ist derart festzulegen, dass er langfristig gesehen mit einer angemessenen Marge unterhalb der effektiven Vermögensrendite liegt. Die PKZH hat den Tarifzins auf 2020 von 3.3% auf 2.5% reduziert. Eine weitere Senkung auf 2.0% ist geplant. Um die dadurch erforderliche Senkung der Umwandlungssätze abzufedern, wird eine  gebildet.
Technische GrundlagenTechnische Grundlagen enthalten zahlreiche biometrische Daten. Pro Geschlecht und Alter finden sich statistisch gewonnene Prognosen zu Sterblichkeit, Invalidität und Zivilstandsverhältnissen (Wahrscheinlichkeit verheiratet zu sein, Kinder zu haben, usw.). Die biometrischen Daten werden mit verschiedenen technischen Zinssätzen zu Barwerten verknüpft.
Die PKZH gibt seit 1950 eigene technische Grundlagen VZ heraus. Die Bezeichnung VZ (= Versicherungskasse Stadt Zürich) wird aus Kontinuitätsgründen beibehalten. 
Die aktuellen VZ 2020 basieren zDie versicherungstechnischen Grundlagen «VZ 2020» basieren auf dem Datenmaterial der Jahre 2016 bis 2020 von insgesamt 29 Kassen öffentlich-rechtlicher Arbeitgeber (Bund, Kantone und Gemeinden). Sie sind Ende 2021 erschienen. 
Rund 15 privatrechtliche Kassen geben seit dem Jahr 2000 unter dem Label BVG ebenfalls technische Grundlagen heraus. Die BVG 2020 beruhen auf der statistischen Erfassung der Versichertenbestände der teilnehmenden Kassen der Jahre 2015 bis 2019.
Technischer ZinsOberbegriff für modellhafte bzw. kalkulatorische Zinsbegriffe, welche in verschiedenen technischen Zusammenhängen und nach verschiedenen Methoden den zukünftigen durchschnittlichen Vermögensertrag oder eine andere empirische Grösse abzubilden versuchen. Davon zu unterscheiden ist der tatsächlich festgelegte Verzinsungssatz auf den Altersguthaben. Beispiele bei der PKZH sind der Tarifzins und der Bilanzzins.

U

UmhüllungDas BVG definiert Mindestanforderungen, welche alle Pensionskassen in der Schweiz erfüllen müssen. Gewisse Kassen vollziehen genau das gesetzliche Minimum. Andere Kassen (wie zum Beispiel die PKZH) gehen weit darüber hinaus. Man nennt sie umhüllende Kassen. Solche Kassen müssen dann durch eine Vergleichsrechnung (Schattenrechnung) darlegen, dass sie das gesetzliche Minimum jederzeit erfüllen. Ändert sich zum Beispiel der Umwandlungssatz gemäss BVG, dann betrifft das lediglich die Durchführung der Vergleichsrechnung, nicht aber die effektiven Leistungen einer umhüllenden Kasse.
Die Umhüllung der PKZH zeigt sich darin, dass ihre Sparbeiträge die gesetzlichen Altersgutschriften übertreffen. Und zudem liegt ihr Verzinsungssatz auf den Altersguthaben fast jedes Jahr deutlich über dem gesetzlich vorgeschriebenen Satz. Im Ergebnis sind Altersguthaben und damit Leistungen der PKZH mehr als doppelt so hoch wie im BVG.
Es ist rechtlich zugelassen, in der umhüllenden Versicherung tiefere Umwandlungssätze als das BVG anzuwenden. Die PKZH macht davon Gebrauch. Trotzdem kann sie weit höhere Leistungen als das BVG ausrichten.
UmwandlungssatzZu unterscheiden sind folgende Begriffe:
1) Der versicherungstechnische Umwandlungssatz ist ein Faktor, mit welchem das Altersguthaben in eine Rente umgewandelt wird. Der Faktor ist abhängig von Alter und Geschlecht, von den verwendeten technischen Grundlagen (insbesondere von der Lebenserwartung und dem prozentualen Anteil der Verheirateten) sowie vom Tarifzins. Die PKZH verwendet für Männer und Frauen einen Einheitssatz, weil die geschlechtsspezifischen Sätze sich nicht stark unterscheiden: Die längere Lebenserwartung der Frauen wird weitgehend durch die höhere Anwartschaft auf Hinterlassenenleistungen bei den Männern kompensiert.
2) Der Umwandlungssatz nach BVG richtet sich jedoch nicht nach versicherungstechnischen Prinzipien, sondern wird politisch festgelegt. Formell handelt es sich um einen Parlamentsbeschluss, der dem fakultativen Referendum untersteht. Siehe auch umhüllende Kasse.

V

VerzinsungssatzZu unterscheiden sind folgende Begriffe:
1) Tatsächlicher Verzinsungssatz, mit dem die Altersguthaben faktisch verzinst werden. Der Verzinsungssatz ist bei der PKZH abhängig vom Realzins und damit von den modellmässig erwarteten Vermögenserträgen.
2) Mindestverzinsungssatz gemäss BVG, mit dem eine umhüllende Kasse die BVG-Altersguthaben im Rahmen der Schattenrechnung mindestens verzinsen muss. Er wird vom Bundesrat beschlossen.
VorsorgekapitalBenötigtes Kapital (Sollwert) zur Deckung der Verpflichtungen einer Pensionskasse gegenüber ihren Versicherten, berechnet nach den geltenden technischen Grundlagen und dem vom Stiftungsrat festgesetzten Tarifzins. Das Vorsorgekapital der Aktiv Versicherten besteht bei einer Beitragsprimatkasse aus der Summe der individuellen Altersguthaben.
Das Vorsorgekapital der Pensionsberechtigten entspricht der Summe der Barwerte aller (laufenden und anwartschaftlichen) Renten.

W

Wertschwankungs-
reserve
Sie dient dem Ausgleich von Wertschwankungen auf dem Anlagevermögen. Sie wird gebildet, sofern das Vermögen höher ist als das gesamte Deckungskapital. Gemäss BVG muss jede Pensionskasse einen Sollwert für die Wertschwankungsreserve definieren, der fachmännisch zu begründen ist. Der Sollwert hängt von der Anlagestrategie der jeweiligen Kasse ab. Im November 2016 hat die PKZH eine neue Anlagestrategie beschlossen und dabei die Aktienquote erhöht. Als Folge davon wurde der Sollwert der Wertschwankungsreserve von 19% auf 21% des Deckungskapitals angehoben. 

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